The Piano Tuner Of Earthquakes

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The Piano Tuner Of Earthquakes

Ein Film von den Quay Brothers

Zum Film

Als die schöne Opernsängerin Malvina mitten während eines Konzerts am Vorabend ihrer Hochzeit tot zusammenbricht, ahnt niemand, dass ihr unheimlicher Verehrer Dr. Droz seine Hände mit ihm Spiel hat...
Bald wird der arglose Klavierstimmer Felisberto zur abgeschiedenen Villa von Dr. Droz bestellt, um die seltsamen Musikautomaten des Doktors zu stimmen. Felisberto macht sich an die Arbeit und entdeckt eine geheimnisvolle Frau – Malvina! Er schmiedet den geheimen Plan, Malvina zu retten und die Pläne des Dr. Droz zu durchkreuzen, eine „Teuflische Oper“ aufzuführen...

The Piano Tuner Of Earthquakes

Mit Gottfried John, Amira Casar, Assumpta Serna, Cesar Sarachu
UK / Deutschland / Frankreich 2005, 99 M

Pressestimmen

Regiestatement

Die Quay Brothers über ihren Film


Unser Ziel war es, so etwas wie einen poetischen Science-Fiction-Film zu machen. Uns hat die Novelle des argentinischen Schriftstellers Adolfo Bioy Casares ‘Morels Erfindung’ sehr inspiriert. In ihr verschmelzen Elemente des Fantastischen und des Science Fiction in einer sehr poetischen Art und Weise. Schlussendlich näherte sich der Film jedoch mehr der Geschichte ‘Le Château des Carpates’ von Jules Verne, in der es um eine berühmte Opernsängerin geht, die von einem besessenen Baron in die Karpaten verschleppt wird. Der Geliebte der Opernsängerin begibt sich auf die Suche nach ihr und erfährt, dass man eine Stimme im Schloss gehört hat. Als er hineingeht, sieht er sie singen, doch als er sie retten will, stellt er fest, dass alles nur eine Projektion auf Glas war, das zerbricht.

Eine weitere Inspiration war der Roman ‘Locus Solus’ von Raymond Roussel, in dem diese seltsamen maschinenhaften lebenden Bilder vorkommen. Droz ist Canterel nachempfunden, dem Erfinder in ‘Locus Solus’, der uns durch sein Anwesen führt und uns die lebenden Bilder zeigt und erklärt. Den Namen Droz haben wir von Pierre Jacquet-Droz, einem berühmten Automatenhersteller im 18. Jahrhundert, übernommen. Der Name selbst klang für uns wie ein Name aus einem Science-Fiction-Werk.

Der Film beginnt mit einem Zitat von Sallust, das alles Wesentliche enthält: “Diese Dinge geschehen nie, sind aber immer.” Dahinter steckt der Gedanke, dass es mächtige Kräfte gibt, die das Schicksal der Menschen kontrollieren und formen. Da ist dieser Eindringling, Felisberto, ein argloser Mann, der den befreienden Geist von Orpheus verkörpert. Er stellt fest, dass es eine Macht gibt, die von Dr. Droz ausgeübt wird, der die unschuldige Malvina quält. Das ist ein Element aus ‘Herzog Blaubarts Burg’ – ein argloser Mensch geht in den Wald, um die ‘Prinzessin’ zu befreien. Droz sieht, was er tut, und bezieht ihn mit ein in seinen Plan.

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Wir wollten mehr Animation in Spielfilmen, also eine Kombination von Animation und Realfilm. Diese Idee wollten wir weitertreiben, die Idee von lebendigen Schauspielern in einer animierten Welt. Wir wollen diese Verschmelzung – und manchmal auch das Auseinanderfallen – weil sich dadurch die Möglichkeit eröffnet, dass die animierte Welt in die reale Welt übergeht und umgekehrt. Wir haben versucht, einen Zwischenzustand zu schaffen, in dem man nicht weiß, in welcher Welt man gerade ist.

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Für die von Droz komponierte Oper wollten wir eine einzigartige tonale Welt erschaffen, eine Art Anti-Oper, da Droz ja von der etablierten Opernwelt abgelehnt worden war. Er kreiert daher seine Version der ‚Nissi Domini’ von Vivaldi, eine Oper im Stil von Schnittke. Das ist das Thema, das man am Anfang hört. Es wurde von Christopher Slaski komponiert. Die restliche Musik wurde von Trevor Duncan, einem sehr agilen Komponisten, komponiert. Trevor Duncan hat Segelmusik und Musik für Thriller komponiert, Musik, die man einfach käuflich erwerben kann. Unser Plan war es, Musikkonserven zu benutzen, und wir wussten seit vierzig Jahren, dass die Musik, die Chris Marker in ‘La Jetée’ eingesetzt hat, von Trevor Duncan stammte. Wir haben für unseren Film dieselbe Musik benutzt – sie war ursprünglich in den späten Fünfzigern für ein Ballett komponiert worden.

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Wir haben versucht, die Atmosphäre einer einsamen Insel zu kreieren, diesen Zustand, wo man spürt, dass die Welt der Automaten die Menschenwelt langsam vergiftet. Wir benutzten bestimmte Geräusche – wie beispielsweise ein Summen – um eine Atmosphäre von geistiger Verwirrtheit herzustellen. Die Geräusche treiben dahin, vervielfachen sich und schaffen so eine Tiefe. Manchmal wollten wir einen traumartigen Zustand herstellen, in dem man spürt, dass die Automaten die Menschen erträumen. Wir wollten eine schmutzige Geräuschwelt in Mono, und damit auch auf der tonalen Ebene einen ‚Scope-Effekt’, kreieren.

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