Storno

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Storno

Ein Film von Elke Weber-Moore

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In ihrem Spielfilmdebüt erzählt Elke Weber-Moore fröhlich, anrührend und lebensmutig von großen Träumen und der kleinen Welt, vom Wollen und vom Wünschen, von der Liebe, den Lügen und der Notwendigkeit sich zu entscheiden, bevor die Gewohnheit die Sehnsucht hoffnungslos werden läßt. Gedreht in Hassenhausen, dem Geburtsort der Regisseurin, ist Storno fast beiläufig eine kenntnisreiche und eindringliche Sozialstudie über das Leben auf dem Land – ein modernes Heimatmovie mit Autobahnzubringer, Supermarkt und Neubauten statt Fachwerkidyll und Alpenglühen. Vor allem aber ist Storno ein Film über die innige Freundschaft zweier höchst lebendiger junger Frauen, die auf ihren Träumen bestehen.

Fanny Staffa und Paula Paul sind in Storno erstmals in Hauptrollen auf der Leinwand zu sehen. Neben arrivierten Schauspielern wie Andreas Patton, Cornelius Schwalm, Regina Vergeen und Simon Schwarz agieren in den Nebenrollen zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner aus Hassenhausen und Nachbardörfern. Die Rolle des Florian spielt Adrian Moore, eines der beiden Kinder von Elke Weber-Moore. Der Dorfalltag bildet mit Freiwilliger Feuerwehr, Festzelt und dokumentarisch beobachteten Szenen die lebendige Kulisse des Films.

Für ihren ersten Spielfilm stand Elke Weber-Moore ein erfahrenes und hochkarätiges Team zur Seite, u.a. Michael Hammon (Kamera), Andreas Köppen (Ton), Monika Schindler (Schnitt). Die Original-Filmmusik komponierte Warner Poland.

Hassenhausen, ein Dorf im Hessischen. 370 Einwohner, zwei Kirchen, ein Autobahnanschluß. Stefanie und Gabi sind Freundinnen von Kindesbeinen an, arbeiten im Supermarkt auf der grünen Wiese und träumen von einem Glück, das irgendwo anders liegen muss. Stefanie lebt mit ihrem kleinen Sohn Florian auf dem krisengeschüttelten elterlichen Hof. Seit Jahren schüchtern umworben von Martin, dem einzigen erfolgreichen Landwirt im Dorf, gilt ihre stille Sehnsucht Thomas, dem Vater Florians. Doch der ist vor langer Zeit verschwunden, ohne von seinem Vaterglück zu wissen. Gabi liebt Daily Soaps, träumt von Amerika und hadert halbherzig mit ihrem Dasein als Ehefrau, seit ihr Gatte Frank seine Ambitionen auf die Leitung der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr konzentriert.

Eines Tages taucht unvermutet Thomas als Security-Berater im Supermarkt auf – und alles gerät in Bewegung. Stefanie wähnt sich am Ziel ihrer Wünsche – nur die Gelegenheit muss sie gut wählen, um Thomas über seine Vaterschaft zu informieren und die alte Liebe wieder zu erwecken. Gabi hingegen entwickelt beim Anblick des neu installierten Sicherheitssystems im Supermarkt eine ganz eigene Idee, um ihren Traum von Amerika zu verwirklichen. Derweil tätigt Frank im Stillen eine eher konventionelle Zukunftsinvestition und Andreas ist nicht bereit, kampflos auf Stefanie zu verzichten. Beim Jubiläumsfest der Freiwilligen Feuerwehr Hassenhausen kommt es zur Stunde der Wahrheit...

Pressestimmen

Auch unter geradezu klassischen deutschen Dächern ist der Stoff für Dramen und Komödien zu finden. Das beweist "Storno" ganz nebenbei, mit Traurigkeit und Charme, Witz und Melancholie. Irgendwo zwischen den klamaukigen Komödien und dem bewusst unspektakulären neuen Realismus gibt es in der deutschen Kino-Landschaft ein großes Loch. Das wird "Storno" allein nicht füllen können. Doch ganz selbstverständlich hat sich Weber-Moore vom Besten aus beiden Filmwelten bedient und einen wundervoll warmherzigen, manchmal schmerzhaft wahrhaftigen Film geschaffen, der nie den nahe liegenden Klischees aufsitzt, sondern den Begriff Heimat ganz bewußt positiv besetzt. (Berliner Zeitung)

Fanny Staffa und Paula Paul sind in ihren ersten Kino-Hauptrollen wunderbare Heldinnen des Alltags! (Tagesspiegel-Ticket)

Elke Weber-Moore wagt so etwas wie die "Wiedergeburt" des deutschen Heimatfilms der 50er Jahre, ohne in dessen Kitsch und Pathos zu verfallen. So beiläufig, wie die Regisseurin ihre Geschichte erzählt, so unprätentiös hat Michael Hammon sie in Bilder umgesetzt, die wie in seinen Arbeiten für Andreas Dresen, Eoin Moore und Pepe Danquart den dokumentarischen Blick betonen. Fanny Staffa und Paula Paul füllen in ihren ersten Kino-Hauptrollen die emotionale Ebene mit ihrem wahrhaftigen Spiel aus. Überzeugend spielen sie auf der Klaviatur zwischen Realität, Träumen und Lebenslügen, halten immer die vorgegebene Balance zwischen Humor und Ernsthaftigkeit. (Film-Dienst)

Präzise beobachtet, atmosphärisch dicht, stimmige Charaktere und eine leise Ironie... Als Loblied auf den Eigensinn erinnert "Storno" bisweilen an die Filme Alexander Kluges. Die unaufdringliche Handkamera von Michael Hammon setzt einen sinnfälligen ästhetischen Kontrast zur Statik des Dorflebens und trägt maßgeblich zur genauen Beobachtung des Milieus bei... Ein stilles Heimatmovie über die Sehnsucht nach Veränderung und die Faszination des Vertrauten. (Filmecho)

Elke Weber-Moore hat in ihrem Debütspielfilm für die Provinz etwas Ähnliches geschaffen, was ihrem Ehemann Eoin Moore mit "plus-minus-null" für die Großstadt gelungen ist: ein aufrichtiges Porträt über einfache Leute. Steffi sagt im Film: "Glück gibt’s nur im Fernsehen." – Manchmal auch im deutschen Kino! (Tagesspiegel)

Elke Weber-Moore hat in ihrem Debütfilm so ehrliche und zugleich liebevolle Bilder für das Leben in der deutschen Provinz gefunden wie selten jemand vor ihr. (Kulturnews)

"Elke Weber-Moore blickt in ihrer beschwingt süffisanten Sozialstudie versonnen und wissend auf die kleine hessische Dorfwelt und verwebt leichthändig Gefühlschaos mit Feuerwehrfest, Volkstanzgruppe und Supermarktfreuden. Auf dem Land passiert nichts? Von wegen! – Sehenswert!" (Tip)

"Präzise und einfühlsam!" (Blickpunkt Film)

"Ein Heimatfilm im Komödiengewand der Gegenwart... Eine amüsante Geschichte, reichlich Situationskomik, natürlich und voller Herzenswärme erzählt." (Aviva Berlin)

"Die Rückkehr des Heimatfilms... 90 Minuten später hat uns der Alltag wieder, unverändert, aber mit Erinnerungen an ein schönes Märchen." (Saarländischer Rundfunk)

"Ein angenehm frecher, frischer Ton in der Erzählung... Der Film hebt sich nur zentimenterbreit über der Wirklichkeit, es gibt viele stimmige Beobachtungen. Die Kamera führte Michael Hammon, der Storno angenehm unverkrampft aussehen lässt. Dass der Film so sympathisch und sehenswert ist, liegt vor allem am Charme und ungekünsteltem Spiel der beiden Hauptdarstellerinnen. Fanny Staffa und Paula Paul sind eine wirkliche Entdeckung." (EPD Film)

Regiestatement

Director’s Statement

Es geht in Storno um das Zusammenprallen von Alt und Neu, um die "Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen". Wie lebt es sich in einem Dorf, das irgendwie immer an der Schwelle zu stehen scheint und in dem jede Veränderung offensichtlich und einschneidend ist? Was bewegt die Menschen, welche Träume haben sie, welche Sehnsüchte? Und was hält sie letzten Endes im Dorf? Ich habe versucht, das Landleben so realistisch darzustellen, wie es im Rahmen der Geschichte möglich war. Natürlich läßt sich in neunzig Minuten Film nicht alles unterbringen. Ich wollte diese Realität so zeigen, daß sie sich zum Märchen öffnen darf – daß Märchen, Wünsche und Sehnsüchte mit zu dieser Realität gehören. Ich wollte einen Sommerfilm machen - auch wenn die Sonne während der Dreharbeiten viel zu selten in Erscheinung trat. Die Leichtigkeit ist Programm, das Lächeln, auch über sich selbst, steht am Ende des Films – ein sommerliches Heimatmovie.

Der Ausgangspunkt für den Film hat mit dem Schlussbild zu tun: Steffi und Gabi auf dem Parkplatz, sie haben es geschafft, sie könnten gehen – das ist ihre wesentliche Erfahrung. Aber sie müssen nicht gehen. Sie haben eine ganz neue, selbstbewusste Entscheidungsfreiheit gewonnen, sie haben ihrem scheinbar vorgezeichneten Schicksal ein Schnippchen geschlagen. Was sie vielleicht von vielen unterscheidet, ist ihr Eigensinn und ihr Beharren auf ihren Träumen und Sehnsüchten, so dumm und banal sie erscheinen mögen. Und es ist ihr Mut, am Ende das Alte mit neuem Blick wiederzuentdecken und zu lachen: Über die verpaßten Möglichkeiten , die verlorenen Jahre, die unerwarteten Winkelzüge des Schicksals. Happy-Ends sind kein Muss in Hassenhausen.

(Auszug aus einem Interview mit Elke Weber-Moore)

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