Phoenix

Kinostart: 25.09.2014

Phoenix

Ein Film von Christian Petzold

Zum Film

Juni 1945. Schwer verletzt, mit zerstörtem Gesicht wird die Auschwitz-Überlebende Nelly von Lene, Mitarbeiterin der Jewish Agency und Freundin aus Vorkriegstagen, in die alte Heimat Berlin gebracht.

Kaum genesen von der Gesichtsoperation, macht sich Nelly, den Warnungen Lenes zum Trotz, auf die Suche nach Johnny, ihrer großen Liebe – ihrem Mann, der sie durch sein Festhalten an ihrer Ehe so lange vor der Verfolgung schützen konnte. Doch Johnny ist fest davon überzeugt, dass seine Frau tot ist. Als Nelly ihn endlich aufspürt, erkennt er nicht mehr als eine beunruhigende Ähnlichkeit. Johnny schlägt ihr vor, in die Rolle seiner tot geglaubten Frau zu schlüpfen, um sich das Erbe der im Holocaust ermordeten Familie Nellys zu sichern.

Nelly lässt sich darauf ein. Sie wird ihre eigene Doppelgängerin. Sie möchte wissen, ob Johnny sie geliebt hat. Ob er sie verraten hat. Nelly will ihr Leben zurück.

Pressestimmen

So unerbittlich wie zärtlich, so durchdringend wie luftig. SPEX

Mit "Phoenix" hat Christian Petzold ein weiteres Mal bewiesen, dass er zu den besten deutschen Regisseuren zählt. „Phoenix“: ein spannender, vielschichtiger Film Noir, klug inszeniert, nuanciert und großartig gespielt, mit einer Schlussszene, die man lange nicht vergisst – bei der Weltpremiere auf dem Filmfestival Toronto wurden Film, Regisseur und Hauptdarstellerin begeistert gefeiert! ZDF ASPEKTE

Ein provokanter und furioser Film zwischen Melodram und Film Noir … Eine Geschichte um Begehren und Betrug, um Verführung und Manipulation. Phoenix beleuchtet die Stunde Null auf eine im Kino so noch nicht gesehene Weise, als aufwühlendes und hoch präzises Thriller-Melodram. Das klassische Genrekino wird zur Möglichkeit, die Grenzen des starren deutschen Geschichtskinos zu weiten. Endlich! SPIEGEL ONLINE

Ein atemberaubender Film … Nina Hoss ist sensationell.
NOW MAGAZINE, TORONTO

Petzold lässt aus seinem knappen erzählerischen Ausgangspunkt einen Strudel aus Verdacht, Rache und Schuld entstehen, der nicht nur an Hitchcock, sondern auch an Fassbinder erinnert. Eine größere psychologische Komplexität kann ein Film nicht erreichen. CINEMA SCOPE, CANADA

Es gelingt Christian Petzold auf brillante Weise, das Genre des Melodrams für eine lebendige, moderne Idee des heutigen Kinos zu nutzen. LE MONDE

Herzzerreißend und überaus sehenswert … Nina Hoss spielt mit einer Aufrichtigkeit, dass man fast nicht mehr von Spielen reden möchte. BRIGITTE

Eine dichte, emotional tief gehende Geschichte, bei der Weltpremiere in Toronto mit minutenlangem Applaus gefeiert. DPA

Sobald sie auf der Leinwand erscheint, gehört der Film ihr. Ohne Kompromisse einzugehen, ist Nina Hoss unser größter Schauspielstar geworden. ROLLING STONE

Schwindelerregend brillant … ein Film im Geist von Hitchcocks Vertigo. GLOBE FILM

Nina Hoss ist eine Klasse für sich … Die Vorlage von „Phoenix“ geht von dem aus, was man im Film „Suspension of Disbelief“ nennt. Der Gewinn, den man daraus zieht, spricht für sich. Petzolds Film ist eine faszinierende Erkundung des Holocaust-Traumas, das in intimer Art und Weise verhandelt wird. Das Drama entwickelt sich mit einer Eleganz, die der des Film Noir ähnlich ist, und schwebt wie in einem Traum zwischen einer dunklen Vergangenheit und der ungewissen Gegenwart. Und wie die Schlusseinstellung des Films verdeutlicht, mag die Geschichte zwar aus unserer Sicht verschwinden, doch die Narben, die sie hinterlässt, sind unauslöschlich. INDIE.WIRE

Eine darstellerische Leistung wie von einem anderen Stern liefert Nina Hoss in „Phoenix“ … Die Prämisse der Geschichte mag abenteuerlich klingen, doch sobald einen „Phoenix“ in den Bann geschlagen hat, kommt man nicht mehr davon los. Die Art und Weise, wie der Regisseur Close-Ups einsetzt, ist faszinierend: die Gesichter und Blicke dieser großartigen Schauspieler füllen die Leinwand mit einer Spannung, als seien sie auf der Suche nach einer Wahrheit, die ihnen unerreichbar bleibt. Welche amerikanische Schauspielerin kann mit einer solchen aufs wesentliche konzentrierten Intensität von Nina Hoss agieren? HUFFINGTON POST

Der Treibstoff, der den wirkungsvollen Motor dieses Films antreibt, ist aus der Filmgeschichte gemacht. Aber hinter Suspicion, Eyes without a face, Vertigo und vielen anderen Referenzen leben und bewegen wirkliche Menschen, wirkliche Geschichten von Verrat, Gewalt, Überleben, von der Rückkehr ins Leben. Petzold erzählt in seinem direkten Stil, der seine Geschichten und ihren gedanklichen Unterbau so gegenwärtig macht und ihre Entwicklung und Bilder mit fast unentrinnbarer Konsequenz vorantreibt. Er enthüllt mit starken Bildern und großer Zärtlichkeit, wie Kino funktioniert, welche Kraft Bilder haben können, und er präsentiert menschliche Geschichten, die er in beziehungsreiche Mysterien und Bewegungen der populären Filmkunst verwandelt. NOTEBOOK

Ein deutsches Meisterwerk mit der großartigen Nina Hoss … Wie in seinen vorherigen Filmen unterläuft Petzold gewissermaßen seine knappen erzählerischen Vorgaben, indem er ihre komplexen psychologischen und emotionalen Unterströmungen in den Fokus nimmt. A.V. CLUB, Chicago

Regiestatement

DIRECTOR’S STATEMENT

Der erste Drehtag von „Phoenix“: Ein Birkenwäldchen, ein Mann in Wehrmachtuniform, Frauen in KZ-Kleidung. Als Vorlage hatte uns ein Bild der Shoa-Foundation gedient, in grobkörniger Farbe, eine Waldkreuzung in einem impressionistischen Morgenlicht – und erst auf dem zweiten Blick darin der Tod, die Leichen im Gras. Schon beim Drehen haben wir gemerkt, dass etwas nicht stimmte. Das Licht war gut, die Kadragen klar, das Bild schien uns auf präzise Art nachgestellt. Aber es ging nicht. Das Nachstellen des Schreckens, die Kinematographie in und um Auschwitz– als würden wir sagen: Jetzt ist es Zeit, jetzt fassen wir das alles als Erzählung zusammen, jetzt wird es eine Ordnung. Das Material vom ersten Drehtag haben wir weggeschmissen.

Raul Hilberg hat geschrieben, dass sich der Terror der Nazis und der anhänglichen Bevölkerung im Grunde aus Techniken speiste, die lange bekannt waren. Das Neue, das waren die Vernichtungslager, die industrielle Vernichtung der Menschen. Für die alten Techniken gab es noch Literatur, Erzählungen, Gesänge. Für den Holocaust gibt es sie nicht mehr.

Ein Text, der uns in der Vorbereitung sehr beeindruckt hat, war „Ein Liebesversuch“ von Alexander Kluge. Die Geschichte spielt in Auschwitz, die Nazis schauen durch Beobachtungsschlitze einem Paar in einem geschlossenen Raum zu, das sich einmal leidenschaftlich geliebt hat, so steht es in den Akten. Die Naziärzte versuchen diese Liebe wieder zu erwecken. Das Paar soll miteinander schlafen. Es soll verifiziert werden, ob die Sterilisation der Frau erfolgreich war. Man versucht alles: Champagner, rotes Licht, das Abspritzen mit eiskaltem Wasser, so dass vielleicht das Wärmebedürfnis die beiden wieder zusammenführt. Aber es passiert nichts. Die beiden schauen sich nicht mehr an. Auf eine merkwürdige Weise gewinnt die Liebe durch das Scheitern der Nazi-Ärzte: Als eine, die einmal war und die von den Verbrechern nicht mehr geweckt werden kann.

Ich glaube, das ist der wichtigste Text für uns gewesen. Ist es möglich, über den tiefen, nihilistischen Riss, den die Nationalsozialisten in Deutschland vollzogen haben, zurückzuspringen und die Gefühle, die Liebe, die Barmherzigkeit, das Mitleid, überhaupt das Leben zu rekonstruieren?

Nelly sieht nicht ein, dass keine Erzählung, kein Gesang, kein Gedicht, dass die Liebe nicht mehr möglich sein soll. Sie will die Zeit umkehren. Diese Menschen, die etwas nicht einsehen und dadurch widerständig und störrig sind, interessieren mich.

(Christian Petzold)

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