Remainder

Kinostart: 12.05.2016

Remainder

Ein Film von Omer Fast

Nach dem Bestseller von Tom McCarthy: Ein junger Mann versucht, nach einem schweren Unfall mit Amnesie seine Vergangenheit zu rekonstruieren. Entschädigt mit einer Millionensumme, wird seine Erinnerungssuche zur gefährlichen Obsession.

Zum Film

Wie die unendliche Schleife eines Möbiusbands beginnt und endet REMAINDER im selben Moment. Darin liegt der Ausschnitt eines Lebens: Nachdem er sein Gedächtnis bei einem schweren Unfall verloren hat, versucht ein junger Mann, sich selbst zu verstehen, indem er in seine bruchstückhafte Erinnerung eintaucht. Die achteinhalb Millionen Pfund Schadensersatz, die er unter der Maßgabe des Stillschweigens erhalten hat, ermöglichen es ihm, sich immer obsessiver eine Welt und eine Identität zusammenzubauen, in der sich die mögliche Vergangenheit in der Gegenwart realisiert.

REMAINDER ist der erste Spielfilm des weltweit renommierten Videokünstlers Omer Fast, nach dem internationalen Bestseller von Tom McCarthy (deutscher Romantitel: 8 1/2 MILLIONEN). Die Hauptrolle spielt Tom Sturridge (BEING JULIA, RADIO ROCK REVOLUTION, ON THE ROAD), zum Team gehörten der Emmy-prämierte Kameramann Lukas Strebel, Andrew Bird (u.a. Deutscher Filmpreis: Bester Schnitt für Fatih Akins AUF DER ANDEREN SEITE) und der mehrfache BAFTA-Preisträger Adrian Smith (Szenenbild).


Remainder

BFI, TIGERLILY FILMS AND AMUSEMENT PARK IN ASSOCATION WITH SODA FILM + ART AND PHI FILMS WITH SUPPORT FROM DFFF, MEDIENBOARD BERLIN BRANDENBURG AND FILMFÖRDERUNG HAMBURG SCHLeSWIG-HOLSTEIN IN CO PRODUKTION WITH ZDF/ARTE PRESENT REMAINDER

CAST
Tom TOM STURRIDGE
Catherine CUSH JUMBO
Greg ED SPELEERS
Samuels DANNY WEBB
Daubenay NICHOLAS FARRELL
Naz ARSHER ALI

CREW
BUCH UND REGIE OMER FAST
NACH EINEM ROMAN VON TOM MCCARTHY
PRODUZIERT VON NATASHA DACK OJUMU
PRODUZIERT VON MALTE GRUNERT
KOPRODUZENT EVE GABEREAU
EXECUTIVE PRODUCERS
PHOEBE GREEBERG, PENNY MANCUSO
EXECUTIVE PRODUCERS
ETAN ILFELD, MARKUS HANNEBAUER
EXECUTIVE PRODUCERS
JAME WRIGHT, JANE HAWLEY
EXECUTIVE PRODUCER LIZZIE FRANCKE
KAMERA LUKAS STREBEL
SCHNITT ANDREW BIRD
SZENENBILD ADRIAN SMITH
KOSTÜMBILD SAM PERRY
MASKENBILD JENNIFER HARTY
CASTING DIRECTOR JENNY DUFFY CDG
HERSTELLUNGSLEITUNG
YVONNE IBAZEBO, JAN BRANDT
MUSIK SCHNEIDER TM

WELTVERTRIEB THE MATCH FACTORY
IM VERLEIH DER PIFFL MEDIEN

Pressestimmen

Regiestatement

Wie ein nicht endendes Möbiusband beginnt und endet REMAINDER im selben Moment. Was dazwischen gezeigt wird, ist ein Ausschnitt des Lebens: Nachdem er sein Gedächtnis bei einem Unfall verloren hat, versucht ein junger Mann, sich selbst zu verstehen, indem er wie besessen in seine bruchstückhaft erinnerte Vergangenheit eintaucht – bis er vollständig von ihr eingenommen wird. Als wir Tom das erste Mal begegnen, wartet er an einem sonnigen Tag unruhig darauf, eine vielbefahrene Londoner Straße zu überqueren. Leger, aber teuer gekleidet, einen Trolly-Koffer ziehend und bewaffnet mit dem neuesten Smartphone ist er ein Abbild unserer Zeit: Immer in Bewegung, immer vernetzt, bereit, Raum und Zeit zu erobern, aber feststeckend im Verkehr und letztlich verloren im Unbedeutenden, Materiellen – Autos, Mitmenschen, Gegenstände – das ihm in den Weg kommt. Er überquert die Straße, aber vergisst seinen Koffer. Er dreht sich um und wird zu Boden geworfen von etwas, das direkt auf ihn fällt.

Worum geht es? Das Thema von Remainder ist die ambivalente Beziehung meiner Generation zur Realität: Wir haben alle technischen Mittel, diese in bewegten Pixeln und Ton einzufangen. Wir können sie aufnehmen und abspielen. Wir können darüber bloggen und finden dafür online sofort eine Bühne und ein weltweites Publikum. Aber während wir so der Realität Herr werden und sie in bewegte, stets zugängliche Datenhäppchen verpacken, verbringen wir eigentlich immer weniger Zeit in ihr. Ich, zum Beispiel, verbringe jeden Tag die meiste Zeit vor dem Computer. Wenn ich in Urlaub fahre und das Flugzeug landet, checke ich zuerst meine Emails. Für jemanden, der von dem nichtlinearen Raum des Computers und des Internets abhängig ist, mit seinen Copy-and-Paste-Funktionen, der sofortigen Verlinkung und den grenzenlosen Ebenen des Rückgängigmachens, für den kann die physische Welt undurchsichtig, isolierend und gnadenlos sein. Das Schlimmste an Toms Unfall ist, wie dieser ihn hilflos und bindungslos in dieser Welt stranden lässt – mit viel Geld, aber ohne Hilfsmittel, um zurechtzukommen. Er kann die Zusammenhänge nicht herstellen. Oder vielmehr, er ist besessen von Eckpunkten, deren Verbindungen ihm entgehen.

Der Psychiater Jacques Lacan spricht über Trauma als eine Begegnung mit dem Realen, das sich der Bezeichnung entzieht: Wenn die Worte versagen und wir uns in einer Situation befinden, die unaufhörlich Angst hervorruft, ohne dass wir die Möglichkeit haben, damit rational umzugehen. Während der Recherche für einen vorherigen Film interviewte ich Drohnenpiloten der US-Armee in Las Vegas. Diese jungen Männer verbringen bis zu zehn Stunden täglich damit, vor ihren Computern zu sitzen und Teil von Kampfeinsätzen auf der anderen Seite der Erde zu sein. Durch die hochmoderne Überwachungstechnologie, die an den Drohnen befestigt ist, können diese virtuellen Piloten jemandes Schuhmarke aus einer Höhe von 1500 Metern erkennen. Ohne gesehen oder gehört zu werden, können sie dieser Person für Stunden folgen, bis sie den Befehl erhalten, ihn oder sie auszulöschen – was sie per Knopfdruck erledigen können. Ihnen werden in jeder Hinsicht übermenschliche Kräfte gegeben, und sie sind vollkommen sicher an ihrem eintönigen, klimatisierten Container-Arbeitsplatz. Und dennoch leiden viele unter posttraumatischen Belastungsstörungen und „virtuellem Stress“. Sie sprechen über Alpträume mit Wesen, die sie nicht kontrollieren können. Kaum zu glauben, dass viele in ihrer knappen Freizeit bei stundenlangem Videospielen sowie Flugsimulatoren Entspannung suchen.

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Frankfurt/OderCineStar 26.12.201626.12.2016